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Hundenahrung – Teil 2

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Dosenfutter

Nun wird auch das Dosenfutter erhitzt, um es zu konservieren. Also werden wie beim Trockenfutter die wertvollen Aminosäure-Ketten umgewandelt, so dass sie unser vierbeiniger Freund nicht mehr verwerten kann.

Der Inhalt ist selten besser als beim Trockenfutter. Sie wundern sich, dass Ihr Hund die sonst begehrte Dosennahrung „mit Truthahn“ nicht mehr anrührt?

Beispiel einer Zusammensetzung eines sehr bekannten Produktes

  • Getreide (u.a. 4% mit ganzem Weizen),
  • Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (u.a. 4% Truthahn),
  • Öle und Fette,
  • pflanzliche Nebenerzeugnisse (u.a. 1,7% Zuckerrübenschnitzel),
  • Mineralstoffe.

Auf den ersten Blick sieht diese Inhaltsbeschreibung doch sehr gut aus!

Aber können Sie folgende Fragen beantworten:

  • Wie hoch ist der Fleischanteil in Prozent in dieser Dose?
  • 4 % des Fleisches besteht aus Truthahn. Und der Rest des Fleisches, woraus bestehen die restlichen 96 % des Fleisches?
    Wahrscheinlich aus Schlachtabfällen (96 %)
  • Wie hoch ist der Gemüseanteil in Prozent in dieser Dose?
  • 4 % des Gemüses besteht aus Weizen. Und der Rest des Gemüses, woraus bestehen die restlichen 96 % Gemüse?
  • pflanzliche Nebenerzeugnisse haben welchen Gesamtanteil am Inhalt der Dose?
  • Wofür sollen Zuckerrübenschnitzel gut sein? Damit dem Hund der Inahlt der Dose schmeckt?

Wichtige Auswahlregeln

Folgende Regeln sollte man also bei der Auswahl von Futter beherzigen:

  • 30 % Trockenfleisch sollten es mindestens sein. Wird Frischfleisch angegeben, sollte dieser Anteil mindestens 60 % betragen.
  • möglichst wenig Getreide, besser sind Gemüse, Obst, Wurzeln oder Kartoffeln
  • kein Mais, Weizen, Gerste, Soja: Auslöser von Allergien, Protein/Gluten aus Getreide macht manche Hunde hibbelig oder gereizt
  • kein Zuckerrübenbrei, Mais-, Weizen- oder Reisgluten: klebriger eiweißhaltiger Rest aus der Industrie, welcher Giftstoffe im Körper festhält, die normalerweise sofort Durchfall auslösen würden; führt zu permanenter Überbelastung von Nieren und Leber
  • kein Braureis: ausgelaugtes Überbleibsel der Bier- und Schnapsherstellung
  • keine Grieben: gemahlene Rinderhaut oder Innereien, aus denen das Fett ausgelassen wurde
  • keine pflanzlichen Nebenerzeugnisse, Cerealien, darunter werden alle Reste und Abfälle der Getreideverarbeitung verwertet
  • keine Trockenschnitzel (z.B. Erdnusshülsen) oder Zellulose (z.B. Sägemehl), beides hat keinerlei Nährwert
  • kein Zucker (auch nicht als Melasse oder Caramel getarnt)
  • kein Digest, Hydrolisat = chemisch vorverdaute minderwertige Eiweiße aus tierischem Gewebe. Füllstoff und Akzeptanzverbesserer
  • keine künstlichen Konservierungsstoffe, keine chemischen Antioxidantien, kein BHA / BHT / EU-Konservierungsstoffe
  • kein Vitamin K3 (Menadion, künstliches Vitamin mit Verdacht auf krebsauslösende Wirkung)
  • möglichst kein Sonnen- oder Distelöl. Fischöle sind besser
  • möglichst max. 7% Rohasche

Tja damit hätte die obige Dose keine Chance von ihnen gekauft zu werden, oder?

Und für Tierfreunde: Außerdem sollte man darauf achten, dass für das Futter keine Tierversuche gemacht werden.

Zum Beispiel um zu testen, wie man einen Hund möglichst billig am Leben erhalten kann.

Wenn ein Hundefutter nur Zutaten enthält, die bekanntermaßen für die Ernährung eines Fleischfressers geeignet sind (Fleisch, Innereien, Gemüse), sind Tierversuche zur Verträglichkeit des „Futters“ völlig unnötig.

Was sind „Tierische Nebenerzeugnisse“?

Im Hundefutter findet sich meist der „Abfall“ aus der Produktion diverser Güter.

Laut Gesetz sind neben Fleisch auch tierische „Nebenerzeugnisse“ aus der Schlachtung erlaubt.

Das können „gute“ Nebenerzeugnisse wie Herz, Leber oder auch Blut sein.

Leider aber auch die Geschlechtsorgane, minderwertiges Bindegewebe, die Lunge oder sogar Gedärme inklusive Kot.

Je weniger auf der Verpackung steht, desto mehr können Sie vom schlimmsten ausgehen, denn mit guten Zutaten machen die Hersteller massiv Werbung. Im obigen Beispiel wird ja explizit darauf hingewiesen, dass im Fleisch der Anteil von Truthahn sage und schreibe 4 % beträgt.

Was der Wolf nicht im Traum fressen würde, wird im Hundefutter beigemischt, dazu gehören z.B. Federn, Hörner, Hufe, Wolle, welche Ihnen dann als „wertvolle Proteine“ teuer verkauft werden.

Dadurch wird der Hund zum Müllschlucker umfunktioniert. Da wundert es auch nicht mehr, dass Holzmehl (als „Zellulose“ getarnt), zusammen mit altem Frittenöl in der Dose landet.

Es ist sogar die Rede Kunststoffverpackungen von abgelaufenem Supermarktfleisch, die nicht entfernt werden, sondern einfach samt Inhalt zu Fleischmehl verarbeitet werden.

Sie sollten demnach bei den Worten „Tierische / Pflanzliche Nebenerzeugnisse“ wachsam sein.

Hersteller, die hochwertige Nahrung herstellen, listen meist genau die Nebenerzeugnisse auf oder senden ihnen auf Anfrage komplette Listen zu, denn sie haben nichts zu verstecken.

Seit der Entscheidung der europäischen Kommission vom 27. Dezember 2000 zur Untersagung der Verwendung bestimmter tierischer Nebenerzeugnisse in Tierfutter (Aktenzeichen K (2000) 4143)
dürfen laut Artikel 2 u.a. folgende Abfälle nicht mehr im Futter landen:

…Tiere, die nicht für den menschlichen Verzehr geschlachtet wurden … sondern … verendet sind, einschließlich totgeborener und ungeborener Tiere.
Kadaver von: Heimtieren, Zootieren, Zirkustieren, Versuchstiere, von der zuständigen Behörde aufgeführte wildlebende Tiere, zum Zweck der Seuchenbekämpfung im landwirtschaftlichen Betrieb getötete Tiere, während der Verbringung verendete Nutztiere.“

Wenn dieses Gesetz notwendig war, dann bedeutet dies, dass die Futtermittelindustrie genau dies getan haben muss.

In diesem Sinn, guten Appetit!

Hier geht es zum ersten Teil des Artikels

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